Forschungsfragen
Denkfabrik mit Hand und Fuß
Wichtige praxisrelevante Zukunftsthemen für die Forschung und ihre mögliche Umsetzung auf den Betrieben, für zukunftsfähige und nachhaltige Lösungen im Ökolandbau: Damit beschäftigen sich die Fachgruppen Ackerbau und Milchkuhhaltung in ihren Fachgruppentreffen.
Dort findet die aktive inhaltliche Arbeit des Netzwerks statt, sie sind die Forschungsreaktoren von OekoNet. Landwirtinnen und Landwirte, Beraterinnen und Berater, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten offen und vertrauensvoll auf Augenhöhe zusammen. Wissenschaftlicher Input, intensive thematische Workshop-Arbeit, Besichtigungen von OekoNet- und weiteren innovativen landwirtschaftlichen Betrieben gehören fest dazu. Die Initiative zur Vorstellung von Ideen, Diskussion, Priorisierung und Bearbeitung von neuen Themen kann von Seiten der Forschung, Betriebe oder Beratung kommen. Forschung funktioniert im OekoNet partizipativ mit Praxiserfahrung, Fachexpertise und neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen.
Geleitet und koordiniert wird der Forschungsbereich von OekoNet vom LfL-Institut für Agrarökologie und Biologischen Landbau (IAB).
Forschung aktuell
Aktuell hat das Netzwerk den Weg für eine vielversprechende neue Praxis-Forschungs-Kooperation von LfL, ETH Zürich, Thünen-Institut, Agroscope und OekoNet bereiten können: ein international und institutionen-übergreifendes Forschungsvorhaben zum Einsatz von Gesteinsmehl zur Bodenverbesserung in der ökologischen Landwirtschaft. Ab Frühjahr 2026 werden auf 13 OekoNet-Betrieben in ganz Bayern in einem groß angelegten Streifenversuch hohe Mengen an Gesteinsmehl auf Acker und Grünland ausgebracht. Ein langfristiges Monitoring soll die Effekte u.a. auf Böden, Erträge und Pflanzengesundheit umfassend analysieren. >>>Mehr unter Aktuelles/Veranstaltungen.
Dieses „Pilotprojekt“ für die Forschungsplattform OekoNet dockte auch an den Datenpool an, der beständig erweitert wird – zurzeit um Bodenanalysen. Die gute Datenbasis, schnelle Kommunikation und Reaktion sowie das enorme Forschungsinteresse der Betriebe sind ein großes Plus des OekoNet, das eine funktionierende Infrastraktur für an-knüpfende Forschungsprojekte bieten kann.
Interessierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können für Forschungsvorhaben mit OekoNet Kontakt aufnehmen.
Forschungsthemen
Als eigene Forschungsschwerpunkte setzt OekoNet für 2026 u.a. die innerbetriebliche Grünlandoptimierung und systemische Betrachtung der Nährstoffflüsse im Ackerbau. Zu den im OekoNet bearbeiteten Forschungsthemen zählen:
- Nährstoffmanagement und Kleegrasverwertung
- Optimierung der Wiesennutzung und Weidesysteme
- Anpassung an den Klimawandel
- Ertragsstabilität und Arbeitszeitbedarf
- Neue Ackerbaukulturen
- Grundfutterqualität in der Rinderfütterung
- Gesteinsmehl zur Bodenverbesserung
Die Systemforschung im Netzwerk umfasst weitere konkrete Themen: OekoNet hat einen Projektantrag für die Erforschung und Weiterentwicklung innovativer Lebensmittel vom Acker eingereicht. Ziel ist es, die Anbau- und Weiterverarbeitungsketten von Leguminosen wie Linsen, Bohnen und Kichererbsen zu stärken. Diese Pflanzen spielen eine zentrale Rolle in der nachhaltigen Ernährung und Landwirtschaft, da sie den Boden verbessern und großes Potenzial in der menschlichen Ernährung zeigen.
OekoNet setzte auch bereits kleinere Forschungsvorhaben um. So gab es z.B. Futtermitteluntersuchungen auf allen Milchkuhbetrieben zur Ergänzung der Betriebszweigauswertungen sowie diverse Recherchen mit Beraterbeteiligung. OekoNet-Betriebe beteiligen sich an Praxisforschungsprojekten der LfL zum Thema Kleegrasnutzung im Verfahren „Cut & Carry“ (IAB) oder „Reallabor Ruhstorf“.
Geplant sind Forschungsbeteiligungen von OekoNet-Betrieben im Rahmen von weiteren LfL-Projekten, zum Einarbeiten von Zwischenfrüchten, Thema Intercropping und bei „DigiMilch“ zur streifenweise angepassten Grünland-Bewirtschaftung. Einige OekoNet-Landwirte sind zugleich BioRegio-Betriebe und bieten auch „Bauer zu Bauer“-Gespräche, um ihr Wissen weiterzugeben und andere für die Umstellung auf Bio zu beraten.