Ökologische Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft umfasst viele Aspekte – darunter Biodiversität, Grundwasserschutz, Nahrungskonkurrenz, Humusaufbau und die Klimawirkung der Produktion. Als ersten Baustein einer umfassenderen Nachhaltigkeitsbewertung hat sich das OekoNet mit der Klimawirkung, also den Treibhausgasemissionen der Projektbetriebe, beschäftigt.
Zur näherungsweisen Berechnung des Treibhausgas-(THG-)Fußabdrucks landwirtschaftlicher Betriebe stehen verschiedene etablierte Kalkulationsmethoden zur Verfügung. Im OekoNet wurde der LfL-KlimaCheck eingesetzt. Dieses in Deutschland weit verbreitete und methodisch weit entwickelte Tool ist jedoch überwiegend auf konventionelle Milchviehbetriebe ausgerichtet. Um THG-Emissionen auf Betriebs- und Produktebene fachlich korrekt berechnen zu können, waren daher methodische Anpassungen und Erweiterungen notwendig.
Ein zentraler Vorteil des OekoNet zeigte sich bei der ökonomischen Allokation, also der Aufteilung der Treibhausgase auf einzelne Produkte, anhand ökonomischer Werte. Während der KlimaCheck hierfür näherungsweise den LfL-Internet-Deckungsbeitragsrechner nutzt, konnte im OekoNet auf die betriebsspezifischen Ergebnisse der Betriebszweiganalyse (BZA) zurückgegriffen werden. Dadurch wird die ökonomische Allokation deutlich aussagekräftiger.
Ergebnisse der Ackerbaubetriebe
Bei den Ackerbaubetrieben wurden Treibhausgasemissionen von 738 bis 1.737 (Ø 1240) kg CO2-Äq. je ha LF (Ø 1240) berechnet. Je kg Trockenmasse Getreide entstanden durchschnittlich Emissionen von 0,51 CO2-Äq. je kg TM (ökonomische Allokation). Die größten Emissionsquellen bei den Ackerbaubetrieben waren Wurzel- und Ernterückstände sowie der Dieselverbrauch.
Ergebnisse der Milchviehbetriebe
Bei den Milchviehbetrieben lagen die Emissionswerte zwischen 7.567 und 10.320 CO2-Äq. je je Kuh (inkl. Bestandsergänzung) und Jahr, sowie zwischen 1,01 und 1,46 (Ø 1,17) kg CO2-Äq. je kg ECM[1] (ökonomische Allokation). Die wichtigsten Emissionsquellen waren hier die Futterverdauung und die Lagerung von Wirtschaftsdüngern.
Die Grafik zeigt die CO2-Fußabdrücke je kg ECM konventioneller Betriebe des LfL-Projekts „Carbon Footprint Milch und Rindfleisch Bayern“, blaue Punkte) und die THG-Fußabdrücke der OekoNet-Betriebe (Grüne Punkte), in Abhängigkeit der Milchleistung.
[1] Energie-korrigierte Milch (4,0 % Fett; 3,4 % Eiweiß)