Es geht los! Die neue Gesteinsmehl-Forschungsinitiative mit OekoNet als Forschungsplattform startet die Versuchsphase. In wenigen Tagen kommen Lastwagenladungen von Gesteinsmehl auf den OekoNet-Betrieben an. Ab März 2026 werden bis zu 10 Tonnen pro Hektar auf die ausgewählten Testflächen ausgebracht, zunächst auf Acker- und später auch auf Grünland. 13 OekoNet Betriebe aus ganz Bayern machen mit. Sie helfen dabei, den Einsatz von Gesteinsmehl in der ökologischen Landwirtschaft längerfristig mit Praxisversuchen und wissenschaftlichem Monitoring zu erforschen. Am 24. Februar begann das Team von OekoNet, LfL und ETH Zürich mit den ersten Bodenproben.
Neue Forschungskooperation von OekoNet, LfL, ETH Zürich und Thünen-Institut
Die Gesteinsmehl-Forschungsinitiative ist international und Institutionen-übergreifend besetzt und vereint ihre Expertise zum Thema: ETH Zürich, LfL (Institut für Agrarökologie und Biologischen Landbau) und OekoNet wollen zusammen die Wirkung von Gesteinsmehl in der ökologischen Landwirtschaft im Hinblick auf Boden, Erträge und Pflanzengesundheit untersuchen. Ebenfalls mit an Bord: Thünen-Institut und Agroscope.
„Pilotprojekt“ für Forschungsplattform OekoNet erfolgreich
Vom ersten Infomeeting zum Forschungsstand im Juli 2025 über Datensammlung und Fachgruppen-Diskussion Ende 2025 bis zur Festlegung des Forschungsansatzes und Versuchsdesigns Anfang 2026 – der partizipative OekoNet-Ansatz trug Früchte. Die Landwirtinnen und Landwirte waren von Anfang an forschungsrelevant einbezogen, der Versuchszuschnitt erfolgte individuell und wie die konkrete Flächenwahl mit Hilfe von zwei engagierten Ökoverbands-Fachberatern. Die vorhandenen OekoNet-Daten der Betriebe konnten die Wissenschaftler von LfL und ETH Zürich ebenfalls nutzen, weitere schnell abfragen. Kommunikation und Organisation liefen rasch und reibungslos. Forschung, Beratung und Landwirtschaft arbeiten auf Augenhöhe und Hand in Hand. Das „Pilotprojekt“ für OekoNet als Forschungsplattform ist damit erfolgreich angelaufen.
Versuchszuschnitt & Forschungsansatz des On-farm-research Projekts
- Streifenversuche mit mehreren Varianten und Replikaten auf Flächen von 1,5 – 3 ha pro Betrieb
- 1 von 2 verschiedenen Gesteinsmehlen pro Betrieb (reines vs. karbonathaltiges Silikatgestein)
- direkte Ausbringung auf die Flächen mit Streuer
- Bodenprobenahmen vor Ausbringung, nach Ernte und jährlich für mindestens 3 weitere Jahre (Langzeit-Monitoring)
- umfassende Analyse der Bodenproben
Warum Gesteinsmehl?
Die beschleunigte Verwitterung des 100% natürlichen Materials kann als Düngerergänzung, zur Verbesserung der Böden und dem Klimaschutz dienen. Schon bei einmaliger Ausbringung und insbesondere kombiniert mit anderen Maßnahmen sollen sich nachhaltige (Ertrags-)Effekte erzielen lassen, da sich unter anderem Mineral- und Nährstoffgehalt, Wasserhaltefähigkeit oder pH-Wert der Böden verbessern. Den „gefühlten Nutzen“ der Jahrhunderte alten Idee in datenbasiertes Wissen für einen zukünftigen gezielten Einsatz zu verwandeln – daran arbeitet die Forschungskooperation.
Beteiligte
- ETH Zürich: Prof. Dr. Sebastian Dötterl und Projektbeauftragter Benjamin Möller, Departement Umweltsystemwissenschaften
- LfL: Prof. Dr. Martin Wiesmeier, Institut für Agrarökologie und Biologischen Landbau / Boden
- Thünen-Institut: Dr. Marcus Schiedung, Institut für Agrarklimaschutz
- OekoNet mit Projektteam von LfL und LVÖ, Fachberatern von Bioland und Naturland, sowie 13 teilnehmenden Betrieben